Wie schnell so ein Jahr vergeht, merke ich immer wenn ich den Partykrempel wieder aus der Ecke krame, sortiere, verlade und zum Partyplatz karre. Fühlt sich an als hätte ich das erst letzte Woche weggeräumt...

Als ich Donnerstag gegen 10 Uhr auf den Partyplatz kam, den Pickup vollgeladen und den Stromerzeuger am Haken, werkelten die Zeltverleiher bereits am Aufbau des Festzelts und der Bauer war dabei der Wiese noch den letzten Schliff für das anstehende Wochenende zu verpassen. - So schnell wie in diesem Jahr war der Aufbau für die Party noch nie erledigt, denn Bereits am Donnerstag trudelten helfende Hände ein. Mirko „Twocutter“, Oppa, Bodo, Gordon und Klaus, Sven und Gabi aus der Schweiz (auf dem Rückweg von Ihrem 5-wöchigen Skandinavien Trip) und Jürgen aus Bremen. Ich konnte kaum so schnell die Aufgaben verteilen wie die Jungs und das Mädel nach Arbeit fragten! An dieser Stelle noch mal ein dickes Danke für die Hilfe!

Da bereits am Abend so gut wie alles erledigt und auch die Zapfanlage einsatzbereit war, stachen wir nach getaner Arbeit das erste Fass an, warfen ein paar Würste auf den Grill und ließen den Abend in gemütlicher Runde ausklingen.

Mein Plan für Freitagmorgen war „Anfahrtsweg ausschildern“ und „Frühstück kaufen“. „Frühstück kaufen“ konnte ich gleich wieder streichen, denn noch bevor ich überhaupt aus meinem Schlafsack gekrochen war, hatten die Jungs schon den Bäckerladen geplündert und kredenzten aus dem Autokofferaum heraus ein 1a Frühstücksbuffet. – Astrein.

Rechtzeitig zum Ausschildern zog erst einmal ein ordentlicher Platzregen über uns hinweg. Duschen war somit ebenfalls von der To-Do-Liste zu streichen. Super...tolle Aussichten für das Wochenende die die Wettervorhersage bereithielt. Starkregen, schwere Gewitter, Sturm und Hagel. Das kann einem die Laune schon mal ein bisschen nach unten ziehen. Aber wir hatte unglaubliches Glück! Ringsrum stürmte und kübelte es am gesamten Wochenende immer mal wieder wie vorhergesagt. Bis auf diesen einen üppigen Guss, etwas Wind und ein bisschen Nieseln am Donnerstag blieb es auf dem Partygelände trocken und zum Samstag Spätnachmittag kam die Sonne wieder zum Vorschein. – Petrus steht auf altes Eisen!




Nachdem die letzten Restarbeiten am Partyaufbau Freitagmittag abgeschlossen waren, trudelten die ersten Gäste ein. Das bunte Treiben auf dem Platz nahm wieder einmal seinen Lauf. Wenn die Mopeds auf den Platz gefahren kommen, sich die Wiese so langsam füllt, ich Leute treffe die ich das ganze Jahr über nicht gesehen habe – dann weiß ich wofür ich das alles mache. – Klingt zwar blöd..iss aber so.

Ankommen, Aufbauen und ein erstes Bier, dann ne Runde Mopeds und Leute gucken auf dem Platz. So dürfte das Programm bei den meisten Gästen ausgesehen haben. Daraus entwickelte sich im Laufe des Abends eine entspannte Party im und um das Festzelt. Das Partyfolk bevölkerte die Theke bis in die frühen Morgenstunden und wie in jedem Jahr, wurden die letzten an der Theke von den ersten Frühstückshungrigen abgelöst.

Den Samstagvormittag nutzten viele der bereits am Vortag angereisten Gäste für einen Abstecher auf eigene Faust ins Weserbergland. Andere vergnügten sich mit ihrem Kater und versuchten es mit ein paar Reparaturbieren. Für mich stand die Ersatzteilsammelbestellung bei First Connection in Lauenau auf dem Zettel. Ein Service für alle bis dahin Angereisten, die auf dem Weg zur Party Stress mit dem Moped hatten und nun Teile zur Reparatur benötigen. Die Teile werden direkt zum Partyplatz geliefert! Nach einer Runde über den Platz, hatte ich Batterien, LiMa-Regler, Zündkerzen, Antriebsriemen, Kontakte und weitere Kleinteile auf der Bestellliste.

Bereits ab dem späten Samstagvormittag trudelten weitere Gäste ein. Nummernschilder aus allen Ecken der Republik, Österreichs, der Schweiz, Dänemarks und Englands wurden gesichtet! Bikes aus allen erdenklichen Stilrichtungen und Epochen, von originalen Knuckle bis zur Shovel-Ratte mit ebenso unterschiedlichen Typen drauf trudelten auf dem Partygelände ein.
Wie bereits am Tag zuvor war der Übergang zwischen Ankommen und Beginn der Party fließend. Fließend war auch das Bier und alles andere an der Theke, deren Mannschaft alle Hände voll zu tun hatte. Mit der eingespielten und erfahrenen Truppe hinter Theke und Grill war es aber kein Problem alle Gäste zufrieden zu stellen.

Am Nachmittag stand für alle diejenigen die nüchtern waren und Lust zum Fahren hatten, eine geführte Ausfahrt auf dem Programm. Lalli hatte sich als Tourguide angeboten und startete um 15:30 Uhr mit einem Convoy aus sage und schreibe DREI Bikes. – Entweder war die Ankündigung auf die Ausfahrt irgendwie untergegangen, oder ... und das ist meine Einschätzung... der Rest der Interessierten wäre gerne gefahren, hatte aber durch diverse Reparaturbiere die Fahrtüchtigkeit bereits wieder eingebüßt. Nun ja...die drei hatten ihren Spaß auf der Tour.




Später hatte ich noch die Bikerspiele auf dem Zettel. Phonmessung und UmmeWetteKickStarten. Der Lautstärkewettbewerb eignet sich immer als Eröffnung. So bekommt auch der Schwerhörigste in der hintersten Ecke des Platzes mit, das da vorne an der Bühne was passiert. So brauchte ich auch in diesem Jahr nicht lange um Teilnehmer bitten. Ruck zuck standen einige Biker mit Ihren Bikes vor der Bühne und warteten darauf von Klaus gemessen zu werden. – Regeln gab es bei diesem Wettbewerb nicht wirklich. Wer das lauteste Bike hat gewinnt. Egal wie. Egal wie bedeutet - Gashahn auf Anschlag und offene Rohre. Ich habe vergessen Klaus zu fragen ob das Messgerät eigentlich auch mehr als 128.5 dB anzeigen kann...wir erreichten diesen Wert mehrfach im Lauf des Wettbewerbs. Andere erreichten nicht ganz so ohrenbetäubende Werte - naja..auch nicht wesentlich weniger – begeisterten dafür aber durch abfliegende Teile Ihrer Bikes wie Hupen, Öltankverschlüsse und Tankdeckel.
Highlights waren auf jeden Fall der rausgeflogene Öltankstopfen und ein total ölversauter „Messgerät-Klaus“ und die danach komplett rausgeflogene Kontaktzündung des selben Teilnehmers und der durch extreme Vibrationen munter übersprudelnde Benzintank eines Anderen, dessen Tankdeckel sich, von ihm unbemerkt, verabschiedet hatte. Beide wurden mit riesen Gegröle des Publikums belohnt.



Riesen Respekt und Applaus erntete auch der Nachwuchs! Der Spross eines Besuchers kam mit dessen Shovel vor die Bühne gefahren um sich im Phonwettberwerb zu messen. Nach einigen Schwierigkeiten beim Ankicken...mangels Körpergewicht... sprang der Ofen an und unter großem Gejohle des Publikums wurde der Shovel vom Youngster in einer Drehzahlorgie „vergewaltigt“.
Es folgte der Kickstartwettbewerb in dem ebenfalls ein „unter Zwanzigjähriger“ für Aufsehen sorgte. Dazu gleich mehr... Der UmmeWetteKickStarten-Wettbewerb erfreute sich in diesem Jahr wirklich großem Zuspruch. Es waren wohl so um die 20 Teilnehmer die den Preis ergattern wollten. Regeln auch hier ganz einfach...wer in einer Minute die meisten Starts per Kicker schafft ist Sieger. Interessant was da für unterschiedliche Kicktechniken zu Tage kommen. Ich habe zuvor noch niemanden ernsthaft mit dem linken Bein kicken sehen. Man(n) lernt nie aus... - In einer Minute schafften manche keine 5 Starts, andere Schafften über 15. Der Titelverteidiger Conny [Schweiz] mit seiner Ironsporty, die wirklich anspringt wie ein Schweizer Uhrwerk, war ebenfalls wieder angetreten. Erreichte seine Leistung von 21 Starts aus dem letzten Jahr aber leider nicht ganz. Ein Teilnehmer mit einer 750er Flathead mühte sich redlich, hatte aber in der Hektik vergessen den Benzinhahn zu öffnen. – Nachdem der Wettbewerb eigentlich schon gelaufen war, erhielt er vom Publikum eine zweite Chance - und kickte sich zum Sieg! 26 Starts in einer Minute!!! Hut ab! „Sieger der Herzen“ war jedoch jemand anderes. Obi..19 Jahre jung, mit eigenem Early Shovel mal eben aus Süddeutschland angereist und ab diesem Wochenende mit neuem Spitznamen „Kickerkiller“ unterwegs. Ihm brach im Laufe des Kickstartwettbewerbs der Kickerarm ab. Entsetzen auf seinem Gesicht. Das Aus. Keine Chance mehr auf Sieg. – Ich sah ihn von der Bühne aus wie er sein Bike mit gesenktem Kopf durchs Publikum zurück schob. Der Wettbewerb ging weiter...es folgte die Vorstellung unserer Spendenaktion für Kinder in Not in der Mogolei..als plötzlich Obi freudestrahlend samt Bike vor der Bühne stand und es noch einmal versuchen wollte. Der verrückte Kerl hatte sich irgendwo auf dem Platz einen Kicker geliehen(!!!), angebaut und wollte nun eine zweite Chance. Ihr könnt Euch vorstellen was da los war. Das Publikum war völlig aus dem Häuschen und zählte die Starts laut mit. – Eine Wahnsinns Stimmung! Das Obi nicht an die 26 Starts des Flatytreibers Jürgen heranreichen konnte, war überhaupt nicht wichtig. Jürgen bekam den Preis für den Sieg beim Kicken und Obi einen Preis für seinen Einsatz! – Nachwuchsförderung. Der Preis für die weiteste Anfahrt ging an Gary und Marc auf England.




Die Spendenaktion für Kinder in der Mongolei...der geneigte Leser wird wissen worum es ging...war ebenfalls ein unglaublicher Erfolg! Peter, ein regelmäßiger PEP-Besucher, nahm zusammen mit einem Kumpel in einem alten Krankenwagen an einer Charity-Rally in die Mongolei teil. Er erzählte mir von der Aktion und ich bot ihm an, auf der PEP zu versuchen ein paar Mark als Spenden zu sammeln. Wir stellten die Aktion zusammen auf der Bühne vor und im Anschluss gingen Peter und Gauzy über den Platz und sammelten in einem Spritkanister Spendengeld. – Es kamen unglaubliche 686,36 Euro zusammen!!! – Danke an alle die dazu beigetragen haben!!!

Die Bikeshow ist leider bei der Preisvergabe ins Wasser gefallen. Zwar hatte ich einen Bereich zur Präsentation der Bikes abgesteckt, der auch sehr gut gefüllt war, leider fehlte mir völlig die Zeit zur Bewertung oder dazu jemanden mit der Bewertung zu betrauen, da ich mich, nach Aufforderung durch die lokalen Ordnungshüter, darum kümmern musste die ordnungswidrig geparkten Autos von der Landstrasse zu entfernen. – Leider pellten sich ungefähr die Hälfte der Autofahrer ein Ei auf die Hinweise und Aufforderungen, so dass es Tickets gab. Völlig zu Recht. Ich krieg als Veranstalter nämlich nen Hals wenn sich Leute nicht dran halten was angesagt wird, sich ein Ei drauf pellen und auf Kosten anderer Ihren Spaß haben wollen. – Danke an die Polizei Bodenwerder für das Verständnis.

Inzwischen hatten die NiceGuys die Bühne übernommen und heizten dem leicht angeschiggerten Partyfolk mächtig ein. Mit Coverversionen Quer-Beet und eigenen Stücken sorgten sie dafür dass der Platz vor der Bühne gut gefüllt war. Das Publikum rockte bis weit nach Mitternacht und entließ die Band schließlich mit riesen Applaus und der Aufforderung nach weiteren Zugaben in die Nacht.

Nach dem die Band die Bühne verlassen hatte, füllte sich das Festzelt bis zum Anschlag und die Party ging drinnen mit Vollgas weiter. Die Nachtschicht an der Theke ist immer die „Lieblingsschicht“ aller Helfer. Die Chance auf Intellektuelle Gespräche wie „eeeeeeyyyyyy....spiel ma was von ÄJSSII-DIISSII“ ... „eyyyyyyyy...spiel ma Onkääälz, wie Du hast keine Onkääälz?!“ und „eeyyyyyiii....mach maaa laaaauuutaaa!!“. Bis in die frühen Morgenstunden feierten die Jungs und Mädelz ausgelassen und entspannt. Kein Stress, kein Streit. Alles schön.

Die kurze Nacht hatte in so manchem Gesicht das da zum Frühstück vor (und hinter) der Theke stand ihre Spuren hinterlassen. Für die letzten Bons gab’s frische Brötchen, Kaffee, Käse und Aufschnitt. – Mache trauten sich noch nicht so ganz an feste Nahrung und versuchten es erstmal mit ner Flasche Wasser. Gegen Mittag verließen die letzten Gäste den Platz. Die allermeisten aus eigener Kraft...um den Rest kümmerte sich der ADAC.

Der Abbau war am späten Nachmittag größtenteils erledigt, der Müll aufgesammelt und der Partykrempel aufgeladen. Ab nach Hause, endlich schlafen. Montag und Dienstag folgten die Restaufräumarbeiten und ab spätestens Mittwoch war der ganze Stress, den’s immer bei der Organisation einer solchen Veranstaltung gibt, vergessen und ich habe angefangen an der P.E.P. #8 für’s nächste Jahr zu grübeln.




Wir sehen uns spätestens im nächsten Jahr zur P.E.P. #8, am letzten Juni-Wochenende, in Bodenwerder! Ein großes Danke noch einmal allen Helfern und Beteiligten!